Parrot ist ein Unternehmen, welches im schnell wachsenden Drohnenmarkt aktiv ist. Die Geschäftsbereiche unterteilen sich in die Bereiche Inspektion, 3D-Kartierung und Geomatik, Verteidigung und Sicherheit sowie Präzisionslandwirtschaft.
Parrot besitzt eine bewegte Vergangenheit: Im Massengeschäft konnte man gegen die Billigkonkurrenz aus China nicht bestehen und wechselte hin zu hochprofessionellen Drohnen mit einer starken Softwarekomponente für Militär und Geomatik. Das Unternehmen ist mit unter 400 Mio € Marktkapitalisierung relativ klein und erwirtschaftet im Jahr gerade einmal 95 Mio € im Jahr.
Vergleicht man das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Jahresumsatz mit anderen Unternehmen aus dem Bereich militärische Drohnentechnik, so ist das Verhältnis günstig:
Elsight: Faktor 39
Red Cat: Faktor 33
Droneshield: Faktor 10
Exail: Faktor 4,5
Parrot: Faktor 4
Nun hat Elsight und Droneshield bereits die Gewinnschwelle erreicht, was Parrot leider noch nicht der fall ist. Auch das Wachstum ist bei den anderen Unternehmen in den letzten Jahren deutlich dynamischer gewesen als bei Parrot, aber genau hier scheint Parrot gute Chancen zu besitzen, deutlich aufzuschließen und eine Beschleunigung des zu erfahren: Am 17.03. flackerte die folgende Meldung über die Unternehmensseite: Parrot hat bekannt gegeben, dass über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) erste Abrufaufträge für ANAFI UKR Mikro-Drohnensysteme erteilt wurden. Die Auslieferungen sollen im ersten Quartal 2026 in Tranchen von jeweils 100 bis 500 Einheiten beginnen.
Parrot verzichtet ausdrücklich auf chinesische bauteile- eine Besonderheit in der Branche und genau diese Besonderheit könnte das Unternehmen nach vorne katapultieren, sollte man in Europa auf die Idee kommen, sich unabhängiger von den USA und China in dem Drohnenmarkt zu machen. Für meine Begriffe ist Parrot DAS Unternehmen aus dem Drohnenmarkt, in welches man spekulativ einsteigen sollte. Ich kann mir- wenn man die Kurse der Konkurrenz ansieht, vorstellen, dass sich Parrot in diesem Jahr verdreifacht. Das Risiko ist jedoch hoch, denn Parrot erwirtschafte noch Verluste und mit Barmitteln von ca. 30 Mio € wird man evt. nicht ohne Kapitalmaßnahmen auskommen. Eine entsprechende Meldung würde den Kurs sicherlich drücken.
Guido Linnenborn, 15.März 2026